Homöopathie ist „die Medizin der spezifischen Anregung der Lebenskraft“. Das Wort „Medizin“ kommt ursprünglich aus dem Lateinischen „in mediam ducere“ und bedeutet „in die Mitte führen“. Im Gegensatz zur klassischen Medizin ist in der Homöopathie die Krankheit Ausdruck der „verstimmten Lebenskraft“, wie es Hahnemann nannte. Die homöopathischen Mittel sollen eine POSITIVE Stimulation der geschwächten Lebenskraft bewirken. Es ist leicht zu begreifen, dass man z.B. eine chronische Verstopfung nicht mit Abführmittel heilen kann. Um zu heilen, kann man nicht ein Abführmittel geben, sondern muss das Übel an der Wurzel packen. Dh. den der Körper stärken, damit er die Kraft hat, die Krankheit von innen heraus zu heilen. Homöopathische Kügeli sind Informationsträger. Die Wirkung beruht u.a. darauf, das Immunsystem und die wichtigen Stoffwechselorgane wie Leber, Niere, und Darm wieder in Form zu bringen.
 
In der Homöopathie unterscheide ich folgende Behandlungsansätze:
•Bei Akutbehandlungen wird die Mittelwahl direkt auf die jeweiligen Symptome bezogen.
•Bei einer konstitutionellen Behandlung steht mehr die Persönlichkeit eines Menschen mit all seinen typischen Gemütssymptomen und Verhaltensweisen im Vordergrund.
•Bei der miasmatischen Behandlung liegt der Fokus mehr auf der unter den aktuellen Symptomen liegenden Krankheit. Man setzt an der Wurzel an und behandelt von der Tiefe einer Krankheit zur nächst höheren, leichteren Ebene.
Die miasmatische Sichtweise hat sich vor allem für chronische Krankheiten, wie z.B. Migräne, Rheuma, Asthma und Krebs u.a. bewährt. Der Heilungsprozess setzt dabei auf allen Ebenen (Zelle, Stoffwechsel, Organe und Seele) an.

Homöopathische Mittel sind Arzneigrundstoffe aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreich. Dr. Samuel Hahnemann entdeckte Ende des 18. Jahrhunderts das Verfahren des „Potenzierens“: er verdünnte die Stoffe unter gleichzeitigem Schütteln stufenweise und erreichte damit eine Verstärkung ihrer Heilkraft. So können wir heute Arzneien in potenzierter und damit gut verträglicher Form dem Körper zuführen und seinen Selbstheilungsprozess anregen.
 
Quellen homöopathischer Mittel
Pflanzenreich
Ungefähr 60 / 70% aller homöopathischen Mittel entstammen dem Pflanzenreich. Hier einige Mittel: Aconitum (Eisenhut), Agnus cactus (Mönchspfeffer), Arnica (Bergwohlverleih), Lycopodium (Bärlapp), Allium cepa (Küchenzwiebel), Euphrasia (Augentrost), Belladonna (Tollkirsche), Coffea (Kaffeebohnen), Thuja (Lebensbaum)
Tierreich
Das Tierreich ist eine wichtige Quelle für homöopathische Mittel. Hier einige Mittel aus tierischer Quelle: Apis (Honigbiene), Lachesis (Buschmeister-Schlange), Lac caninum (Hundemilch), Blatte orientalis (Küchenschabe), Cantharis (spanische Fliege), Crotalus horridus (Gift der Klapperschlange), Naja (Gift der Kobra), Moschus (Moschustier, eingedicktes Sekret)
Mineralreich
Minerale, Metalle, Elemente, organische und anorganische Stoffe bilden einen wichtigen Teil der homöopathischen Mittel. Einige Mittel aus dieser Quelle sind: Aurum metallicum (Trituration aus Gold), Argentum nitricum (Silbernitrat), Arsenicum album (Weisses Arsenoxid), Mercurius solubilis (Quecksilber), Petrolium (Steinöl), Sulfur (Element, die gelben Schwefelblüten)
Nosoden
Werden aus Krankheitsprodukten von Tieren, Pflanzen und Menschen gewonnenSarkoidenHierbei handelt es sich um Sekrete oder Extrakte, gewonnen von gesunden Tieren oder Menschen
Potenzierung und Potenzen
Durch sehr starke Verdünnung und Verschüttelung wird die Kraft einer Substanz auf Milchzucker oder Alkohol übertragen. Diese Informationen regt den Organismus zur Selbstheilung an.Es gibt verschiedene PotenzierungsartenDie zwei folgenden werden am meisten gebraucht:D-Potenzen = deka (pro Potenzierungsschritt 10-mal verdünnt)C-Potenzen = centum (pro Potenzierungsschritt 100-mal verdünnt)